Interview mit WordPress-Expertin Birgit Olzem

Liebe Blogleser,

es freut mich ganz besonders, Ihnen heute die WordPress Trainerin Birgit Olzem, hier im @TwittCoach-Blog vorstellen zu dürfen.

Ich habe Birgit auch auf dem 1. Global Internet Seminar in Stuttgart, am 15.-17.10.2010 getroffen, und Sie war so freundlich mir einige Fragen zu WordPress, Personal Branding und WordPress als Online-Marketing-Tool zu beantworten.


Hallo Birgit.

Birgit: Hallo Stefan. Vielen lieben Dank für deine Interviewanfrage, die ich gerne beantworte.

Und hier schon meine erste Frage


1. Was macht eine deutsche WordPress-Expertin auf dem ersten Global Internet Seminar?

Birgit: Ganz klassisch Netzwerke knüpfen. Bestehende Kontakte pflegen, neue Menschen kennenlernen und großartigen Rednern zuhören. Es war im Übrigen eine spontane Entscheidung der Einladung zu folgen. Zumal ich das Wochenende zuvor drei Tage auf der Buchmesse in Frankfurt unterwegs war.

Dort war ich als Rednerin beim BoD Ambassador Talk geladen und Wolfgang Tischer vom Literaturcafe.de Blog hat mit mir ein Interview geführt zum Thema Buchmarketing im Internet mit Social Media und Co. (http://www.birgitolzem.de/interview-zum-thema-buchmarketing/)

Mich hat die Themenvielfalt und die Aussicht, weltweit bekannte Internetmarketer zu treffen, motiviert nochmal die Koffer zu packen und aus der Eifel nach Stuttgart zu reisen. Die Einladung zum GIS 2010 erhielt ich via Facebook von einem meiner Kontakte. Dass ich dich dort treffe hatte ich gar nicht gewusst, dafür mich umso mehr gefreut.


2. Wie kamst du dazu, dass Du Dich auf die Blogsoftware WordPress konzentriert hast und wie lange beschäftigst Du Dich jetzt schon mit WordPress?

Birgit: Dazu möchte ich gerne etwas weiter ausholen: Seit meinen ersten Berührungen mit dem Internet vor 11 Jahren hat es mich fasziniert. Schnell wollte ich auch selbst Webseiten erstellen. Damals waren die Programme für Webseitenprogrammierung mit den sog. WYSIWYG-Editoren entweder lausig oder sehr teuer. Was mich aber nicht daran gehindert hat zu “basteln” was das Zeug hält. Durch stetes Üben und Verbessern kamen immer mehr Anfragen an mich, ob ich auch Webseiten für kleine Einzelunternehmen erstellen würde. Dies war der Startschuss in meine nebenberufliche Selbstständigkeit.

Im August 2005 war ich vierfache Mutter und selbstständig mit einer eigenfinanzierten Internetserviceagentur. Zu dieser Zeit hatte ich auch schon erste Erfahrungen mit dem Vorläufer von WordPress, die Blogsoftware b2evolution. In den letzten sechs Jahren habe ich unzählige Contentmanagementsysteme getestet u.a. Typo3, Drupal, Joomla, Contenido uvm.

Nachdem ich einige Webprojekte mit Drupal umgesetzt habe, stellte ich fest, dass es einfach zu lange dauert ein individuelles System zu konfiguieren, wenn man nur mal eben schnell ein kleines Webprojekt an den Start bringen will. Mit dem Versionssprung 2.8 von WordPress erkannte ich das Potenzial des schlanken Systems. In max. 30 Minuten steht einem ein mächtiges und individuelles Werkzeug zur Verfügung, das sich einfach pflegen lässt.

Im Verlauf meiner eigenen persönlichen Neuausrichtung habe ich nach Fähigkeiten geforscht, die ich für meine berufliche Weiterentwicklung nutzen kann. Schnell fand ich heraus, dass es zwar viele Agenturen gibt, die WordPress auch einsetzen, aber nur wenige Fachleute sich explizit auf das Training spezialisieren. Der einzige bis dato bekannte Blogtrainer ist Karl-Heinz Wenzlaff, der in verschiedenen Städten Seminare für Unternehmen anbietet und sich auf das Corporate Bloggen spezialisiert hat.

Meine Spezialisierung stützt sich auf das individuelle Training am jeweils eigenen Blogprojekt mit Schwerpunkt Internetmarketing. Das Geniale an dieser Trainingsvariante ist, dass es ortsunabhängig durchgeführt werden kann. Via Skype, Teamviewer, E-Mail und Telefon kann ich mit dem Trainee individuell arbeiten.

Für mich ist es derzeit auch wichtig ortsunabhängig zu arbeiten, da ich neben dem Job, der mir viel Freude macht, auch einen Haushalt mit fünf Kindern und Ehemann zu managen habe ;-)


3. Warum ist WordPress optimal für Internet-Marketer geeignet und was lässt sich alles damit machen?

Birgit: Seit der Version 3.0 ist WordPress DAS ideale Werkzeug für Internetmarketer. In wenigen Minuten lässt sich eine Langingpage erstellen, ohne eine Zeile HTML-Code schreiben zu müssen. Die Menüstruktur lässt sich hervorragend nutzen, um direkt aus dem Menü auf externe Webseiten zu verweisen, was gerade für Internetmarketer Sinn macht, die sich mit Partnerprogrammen ihr Einkommen generieren.

Durch die Plugins kann das schlanke Grundsystem auf die individuellen Ansprüche angepasst werden. Es gibt fast für jeden erdenklichen Zweck Erweiterungen, die mit wenigen Mausklicks aktiviert werden und direkt nutzbar sind. Ob es Plugins sind, die Affiliatelinks maskieren, oder einfacher Einsatz von Google Adsense. Sogar Bannermanagement mit Rotationsfunktion und als Meisterstück eine Membership Website mit direkter Anbindung an PayPal & Co.

Durch die große Auswahl an Themes, das sind die optischen Elemente des Systems, die das Layout steuern, kann jedes WordPress Projekt individualisiert werden. Dies kommt vor allem dem Personal Branding und dem Corporate Design zu Gute. Da bei WordPress Inhalt vom Layout getrennt generiert wird.

Einer der bekanntesten Infomarketer ist Tobias Knoof von www.digitale-infoprodukte.de, der erfolgreich mit seinem WordPress Blog sein Einkommen generiert. Sein Erfolgsgeheimnis ist die gründliche Recherche und gute Aufbereitung der Gratisinhalte, die er in seinem Blog liefert.


4. Wie eignet sich WordPress für ein eigenes Personal Branding?

Birgit: Erstens durch die individuelle Gestaltung, die den Wiedererkennungswert darstellt. Zweitens durch die hohe Sichtbarkeit in den Suchmaschinen und Verzeichnisse. Durch die technischen Finessen im Hintergrund bietet WordPress eine hohe Vernetzung mit anderen Weblogs, Verzeichnissen und Social Media Kanälen, ohne das der Betreiber im laufenden Betrieb einen Finger dafür krumm machen müsste.  Das schafft keine reine HTML-Seite, die um jeden einzelnen Besucher kämpft.

Durch interaktive Funktionen wie Kommentare, kann der Betreiber einer WordPress Website seine Reputation aufbauen und Vertrauen zum Leser gewinnen. Mit dem passenden Konzept lässt sich somit in kurzer Zeit eine Marke positionieren, wie es sonst im klassischen Marketing nur mit hohem Werbebudget möglich war.


5. Was gibt es alles zu beachten, wenn ich mein erstes eigenes Blog aufsetzte?

Birgit: Das Wichtigste ist das Grundkonzept mit klarer Zieldefinition und strategischem Plan, wann welche Inhalte in welcher Form publiziert werden sollen. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, dass ich eine Idee für ein Blogthema hatte, schnell WordPress installiert, an Layout und Technik gefeilt habe, aber darüber die Inhalte vergessen habe. Ohne stimmiges Konzept bleibt ein solches Projekt nur ein Strohfeuer, das schnell zur Blogleiche wird, die im ungünstigsten Fall eher der Reputation schadet als Nutzen zu bringen.

Gemäß dem Konzept wählt man den Webserver aus. Soll es ein kleines feines Nischenblog sein, wo nicht mit extrem hoher Besucherzahl gerechnet wird, oder wird es ein vielbesuchtes Blog werden, dementsprechend bestehen gehobene Ansprüche an Server und Datenbank.

Es macht also Sinn vor der Installation schriftlich zu erfassen, wo die Reise des Blogs hingeht.

Danach geht es an die Auswahl der notwenigen Plugins. Bspw. für die Anbindung an die sozialen Netzwerke. Es macht auch Sinn sich gut laufende Blogs anzusehen, wie dort Werbung platziert ist. Wenn man dies beobachtet, erkennt man ein Muster und kann sich daran orientieren, wenn es um die Wahl des Themelayout geht. Wo kommen z.B. die Call-to-Action Flächen hin usw.

Das Fundament ist, wie du siehst, nicht nur bei einem Hausbau, die wichtigste Grundlage, sondern auch für ein Blog. Will man langfristigen Erfolg erzielen, ist es unabdingbar, vorher zu wissen was man will und dies ganz klar vor Augen zu haben.


6. Was empfiehlst Du Unternehmen, die sich jetzt erst ganz neu mit dem Thema “Blogging” beschäftigen

Birgit: Ich empfehle den Unternehmen, sich mit Fachleuten in Verbindung zu setzen, die auch bereit sind, sich mit den individuellen Strukturen des Unternehmens zu beschäftigen. Dabei ist es wichtig in Kooperation mit PR, Marketing, IT und Geschäftsführung die Unternehmensziele und Markensichtbarkeit ins Web zu transportieren. Blogs zu betreiben ist eine andere Form von Kommunikation, die eigenen Spielregeln folgt. Hier geht es um Dialog mit dem Kunden. Eine Webseite bzw. ein Blog ist heute mehr als nur ein paar Zeilen HTML-Code – eine Webseite ist eine Vertriebsmitarbeiterin, die 24h am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr arbeitet. Daher macht es Sinn, diese Vertriebsmitarbeiterin optimal auf den Kunden vorzubereiten.


7. Was sind für Dich die interessantesten Widgets, Plugins und Features, die WP für Internet-Unternehmer und zum Personal Branding bereit hält?

Birgit: Das Grundsystem bringt durch die Trennung von Technik und Inhalte das Wichtigste für Internetmarketer mit. Einmal installiert, kann sich der fleißige Internetmarketer auf seine Kernkompetenz konzentrieren: hochwertige Inhalte zu schreiben und für Besucherströme zu sorgen.

Die meines Erachtens wichtigsten und interessantesten Plugins sind:

Natürlich gibt es noch mehr Plugins, das würde allerdings diesen Rahmen hier sprengen ;-) Das hängt natürlich auch immer mit dem Ziel und Konzept einer Seite zusammen, welche Plugins erforderlich bzw. nützlich sind.

Als besonderes Highlight möchte ich exklusiv für die Leser des Twittcoach Blogs mein privates Landingpage Template zur Verfügung stellen. Jeder Internetmarkter, der sich in die Betatesterliste einträgt, erhält von mir mein persönliches wpLandingPage Template per E-Mail zugeschickt.

Hier geht’s zum Formular: http://eepurl.com/4K32

Birgit, vielen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen. Ich bin immer wieder beeindruckt, welche Möhlichkeiten uns WordPress bietet.

Birgit OlzemBirgit findet Ihr natürlich mit Ihrem eigenen Blog auf: Birgitolzem.de

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